Fachverband für Goju-Ryu Karate
Caritas Claus     Freitag, 03. Juli 2026    

Internationaler Karatelehrgang 2026 – Hitzeschlacht mit viel Herz und hochklassigem Training

Trotz hochsommerlicher Temperaturen fanden sich am 27. und 28. Juni 2026 mehr als 100 Karateka aus ganz Deutschland in der Turnhalle des Gymnasiums Neutraubling ein, um am internationalen Goju-Ryu-Karatelehrgang des German JKF Goju-Kai teilzunehmen. Die außergewöhnliche Hitze stellte zwar alle Beteiligten vor große Herausforderungen, tat der Motivation und der hervorragenden Stimmung jedoch keinen Abbruch.
Das hochkarätig besetzte Trainerteam setzte sich erneut aus dem Trainer- und Prüferkomitee zusammen. Unter der Leitung von Cheftrainer Stanko Kumer (9. Dan) unterrichteten Gerd Neuland (7. Dan), Hagen Neumann (6. Dan), André Schmück (6. Dan), Markus Kumer (6. Dan), Zeljko Topalovic (6. Dan) und Alex Buze (6. Dan). Als besonderer Gast war Vitor Gomez (7. Dan) vom Okinawa Goju-Kai Karate (OGKK) aus Portugal angereist.
Der Samstag stand ganz im Zeichen von Kata und Bunkai. Nach einer gemeinsamen Ausführung der Kata Sanchin erläuterte Stanko Kumer deren wesentliche Prinzipien und legte den Fokus auf wichtige technische Details. Anschließend trainierten die Teilnehmer in nach Graduierungen eingeteilten Gruppen verschiedene Kata sowie die dazugehörigen Standard- und alternativen Bunkai.
Die Orange- und Grüngurte arbeiteten an den Kata Gekisai Ichi und Saifa, die Blau- bis Braungurte vertieften Saifa, Shisochin und Seyunchin. Die Schwarzgurte sowie die angehenden Schwarzgurte (1. Kyu) beschäftigten sich intensiv mit Shisochin, Seipai und Kururunfa einschließlich der jeweiligen Bunkai.
Für einen kurzen Moment der Aufregung sorgte am Samstagnachmittag ein Feueralarm. Ein durch die große Hitze ausgelöster Brandmelder machte eine Räumung der Halle erforderlich. Glücklicherweise stellte sich schnell heraus, dass keine Gefahr bestand und das Training kurze Zeit später fortgesetzt werden konnte.
Eine besonders gelungene Überraschung hatte Markus Kumer vorbereitet: Zur dringend benötigten Abkühlung spendierte er allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Eis am Stiel. Diese kleine Aufmerksamkeit sorgte für viele strahlende Gesichter und neue Energie für den zweiten Trainingsblock des Tages.
Den gelungenen ersten Lehrgangstag ließen die Karateka bei der traditionellen Lehrgangsfete im „Deutsch“ ausklingen. In geselliger Atmosphäre wurden Erfahrungen ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft und bestehende Freundschaften über Vereinsgrenzen hinweg gepflegt – ein wichtiger Bestandteil des Lehrgangs, der den Gemeinschaftsgedanken des Goju-Ryu eindrucksvoll widerspiegelte.
Der Sonntag begann mit einer traditionellen Erwärmung unter der Leitung von Vitor Gomez. Die Übungen vermittelten zahlreiche Anregungen für den anschließenden Selbstverteidigungsunterricht und rückten zugleich gesundheitsfördernde Aspekte des Karate in den Mittelpunkt.
Im Anschluss erläuterte Stanko Kumer die Kata Shisochin und bat Vitor Gomez, diese vorzuführen. Besonders beeindruckend war, dass beide – obwohl sie nie gemeinsam trainiert hatten – die Kata identisch demonstrierten. Dies unterstrich eindrucksvoll die Authentizität und Einheitlichkeit des JKF Goju-Kai Goju-Ryu sowie die hohe Qualität der vermittelten Inhalte.
Der weitere Sonntag stand ganz im Zeichen von Kihon Kumite und praxisnaher Selbstverteidigung. In den einzelnen Trainingsgruppen wurden vielfältige Partnerübungen vermittelt, die den jeweiligen Graduierungen angepasst waren und realistische Selbstverteidigungssituationen aufgriffen. Trotz der intensiven Trainingseinheiten blieb auch Zeit für Lockerungs- und Entspannungsübungen, sodass neben der Technik stets auch die Gesundheit der Teilnehmer im Blick blieb.
Während des gesamten Wochenendes war die jahrzehntelange Erfahrung des Trainerteams in jeder Einheit spürbar. Mit großem Engagement vermittelten die Referenten nicht nur technische Präzision, sondern auch ein tieferes Verständnis für die Prinzipien des Goju-Ryu sowie deren praktische Anwendung.
Als der Lehrgang am Sonntagnachmittag gegen 17 Uhr endete, traten die Teilnehmer erschöpft, aber begeistert die Heimreise an. Neben zahlreichen neuen technischen Impulsen nahmen sie viele schöne Begegnungen, wertvolle Erfahrungen und die Vorfreude auf den nächsten Lehrgang mit nach Hause.
Nach Vitos Anreise besuchte Stanko gemeinsam mit ihm das Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg, wo beide symbolisch zu Königen gekrönt wurden. Am Tag seiner Abreise stand als kleines Dankeschön für seinen engagierten Einsatz als Trainer bei unserem Lehrgang noch ein Besuch im Salzbergwerk in Bad Reichenhall auf dem Programm.
Lieber Vito, nochmals herzlichen Dank für deine Unterstützung, dein Engagement und die schöne gemeinsame Zeit!
Einige Impressionen
Ein herzlicher Dank gilt Stanko Kumer, Vitor Gomez, dem gesamten Trainer- und Prüferkomitee sowie allen Helferinnen und Helfern, die mit ihrem großen Einsatz erneut einen hervorragend organisierten und erfolgreichen Lehrgang ermöglicht haben.